Prähistorische Spuren

Prähistorische Spuren

Etwa ein Kilometer nordöstlich von Masein, hart an der Gemeindegrenze zu Cazis wurde eine bedeutende geschichtliche Siedlung entdeckt, die mit grosser Wahrscheinlichkeit von der mittleren Bronzezeit bis in die Römerzeit hinein bewohnt war. Diese in einen tiefen Einschnitt des nussgipfelartigen Hügelzugs von Cresta im Norden des Hofs Schreiber hineingebaute und heute auf Cazner Gemeindegebiet gelegene Siedlung bestand aus einer Reihe kleiner aneinandergebauter Häuser. Neben ausgegrabenen Topfscherben, Knochen von Schafen, Ziegen, Rindern und Schweinen erinnern Funde von Feuerstellen und Herdplatten an die Wichtigkeit des Feuers, das den Dorfbewohnern verschiedentlich aber auch zum Verhängnis wurde. Verschiedene Bauhorizonte lassen nämlich darauf schliessen, dass die Siedlung mehrmals abgebrannt war und wieder aufgebaut wurde.

Geschichte

Der Römerweg durch die Via Mala führte zunächst durch die Schlucht, dann hinauf nach Hohenrätien und von dort durchs Domleschg nach Chur. Auf einer Karte ist jedoch auch ein zweiter Weg aus der Schlucht nach Rongellen und weiter nach Masein eingezeichnet.

1156 wird Masein urkundlich erstmals als “Medezena” oder “Medecen” erwähnt, und zwar als Meierhof des im 8. Jahrhundert gegründeten Klosters Cazis, dem in der Folge rund die Hälfte des Bodens am Heinzenberg gehörte. Aus dieser Bezeichnung dürfte der Name des Ortes entstanden sein. Die Bewohner waren der Kirche St. Johann auf Hohenrätien zugeteilt und wurden, weil ihr Kirchweg über den Rhein führte, vom Bischof verpflichtet, im Winter eine Brücke zu unterhalten. Im Sommer wurde das damals viel breitere und deshalb weniger tiefe Rheinbett durchwatet. Aus diesem Brückenrodel geht hervor, dass unter anderen die dem Kloster Cazis gehörenden Meierhöfe Medecen (Oberdorf) und Serlas (Unterdorf) sowie das bischöfliche Lehen Tellaws (Dalaus) zur Mitarbeit an dieser Brücke verpflichtet wurden. Die beiden Meierhöfe Medecen als Hauptverwaltung und Serlas als Nebenhof mit Gütern in Thusis entwickelten sich dann zu den heutigen Maseiner Dorfteilen Ober- und Unterdorf.

Auf den drei Burgen Schauenstein, Ober- und Niedertagstein schwangen aber auch weltliche Herren das Zepter: Im 12. und 13. Jahrhundert die Freiherren von Vaz, und nach deren Aussterben die Grafen von Werdenberg-Sargans. Ab 1383 regierten die Herren von Rhäzüns, welche die Güter Mitte des 15. Jahrhunderts wieder an die Werdenberger abtraten. 1475 verkaufte Graf Jörg von Werdenberg-Sargans die Besitztümer an das Bistum Chur, 1709 schliesslich kauften sich die Heinzenberger Gerichtsgemeinden vom Bistum los.

Wie bereits erwähnt gehörte Masein kirchlich bis 1505 zu St. Johann auf Hohenrätien, hatte aber bereits 1441 eine eigene Kapelle. Diese wurde dann 60 Jahre später in die heutige Kirche umgebaut. Bis 1525 hatte sich in Masein, das mit Thusis eine Pfarrergemeinschaft bildete, die Reformation durchgesetzt.

Als sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts immer öfter Walser in verstreuten Siedlungen in Masein niederlassen wollten, verbot man 1677 das Erstellen von Gebäuden ausserhalb des Dorfrayons. Knapp hundert Jahre später war Masein aber dennoch mehrheitlich walserisch, und auch die romanische Sprache verschwand in dieser Zeit.

Pius Furger